Antrag "Einrichtung einer zweiten Gesamtschule"
Antrag zur Sitzung des Stadtrates am 06.12.2012
Einrichtung einer zweiten Gesamtschule
Der Rat beauftragt die Verwaltung:
1. die Pläne eine zweite Gesamtschule in der Schullandschaft der Stadt Grevenbroich zu etablieren vorläufig aufzugeben.
2. den Standort der ehemaligen Hauptschule „Hans-Sachs-Straße“ für den vierzügigen Betrieb der Realschule „Bergheimer Straße“ zu ertüchtigen bzw. herzurichten.
3. den Umzug der Realschule „Bergheimer Str.“ an den Standort der ehemaligen Hauptschule „Hans-Sachs-Straße“ parallel zu Punkt 2 vorzubereiten und zeitnah durchzuführen.
4. die Umwandlung der kath. Hauptschule in eine städtische Hauptschule vorzubereiten und durchzuführen.
5. die Notwendigkeit zur Errichtung einer zweiten Gesamtschule in zwei Jahren zu überprüfen.
Begründung:
Unter dem Eindruck, dass die Errichtung einer zweiten Gesamtschule im zweiten Schritt den Haushalt der „Nothaushaltskommune“ Grevenbroich in den nächsten Jahren mit weiteren 5 Millionen Euro belasten wird, kann die FDP-Fraktion ihre bis dato publizierte Haltung, dem Elternwillen folgen zu wollen, nicht mehr den Bürgerinnen und Bürgern gegenüber mit gutem Gewissen vertreten. In diesem Zusammenhang ist der FDP-Fraktion daran gelegen, den durch die zusätzliche Belastung auf 5 Mio. € zum jetzigen Zeitpunkt entstehenden Schaden zum Nachteil der Stadt Grevenbroich deutlich zu machen.
Aus diesem Grund und weil auch Eltern, die sich mit der Entscheidung für oder gegen eine zweite Gesamtschule beschäftigen mussten, uns mitteilten, dass sie, wenn sie gewusst hätten welche Kosten diese verursache, sich gegen einen Besuchs ihres Kindes dieser Schulform ausgesprochen hätten, kann die FDP-Fraktion, mit Blick auf die Zukunft der Stadt Grevenbroich, die Einrichtung einer zweiten Gesamtschule zum derzeitigen Zeitpunkt nicht weiter befürworten.
Vor dem Hintergrund, dass es in Grevenbroich eine hervorragende bestehende Schullandschaft gibt und nur die Hauptschule an der Hans-Sachs-Straße mangels Schüler auslaufen muss, schlägt die FDP-Fraktion alternativ vor, die Realschule Bergheimer Straße an diesen Standort zu verlegen, um deren Schülern dort ein adäquates Lernumfeld zu bieten und die für den Schulausbau erhaltenen Fördermittel nicht zurückzahlen zu müssen.
Sukzessive wird die katholische Hauptschule in eine städtische Hauptschule umgewandelt, um allen Schülern dieser Schulform einen wohnortnahen Besuch zu ermöglichen.
Sollte trotz dieser Maßnahmen in zwei Jahren immer noch der Bedarf oder Wunsch nach einer zweiten Gesamtschule bestehen, ist dann deren Realisierung erneut zu überprüfen.