Antrag "Erhöhung der Führungsspanne in der Verwaltung der Stadt Grevenbroich"
Antrag zur Sitzung des Haupt-, Finanz- und Demografieausschusses am 19.11.2015
Erhöhung der Führungsspanne in der Verwaltung der Stadt Grevenbroich
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Krützen,
die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Grevenbroich bittet Sie, nachfolgenden Antrag für die nächste Sitzung des Haupt-, Finanz- und Demografieausschusses aufzunehmen:
„Der Rat appelliert an den Bürgermeister, Nachbesetzungen von freien Fachdienstleiter-Stellen nur dann vorzunehmen, wenn eine Führungsspanne von mindestens acht Personen eingehalten wird. Sollte diese Voraussetzung nicht erfüllt sein, so soll die Stelle des Fachdienstleiters durch Zusammenlegungen von Fachdiensten eingespart werden.“
Begründung:
In der Verwaltung der Stadt Grevenbroich gibt es viele Fachdienste, in denen dem Fachdienstleiter nur wenige Mitarbeiter direkt unterstellt sind, beispielsweise die Verwaltung der Jugendkunstschule oder das Friedhofswesen. Die FDP-Fraktion ist der Meinung, dass einem Fachdienstleiter zugemutet werden kann, mindestens acht Personen direkt zu führen. In der freien Wirtschaft sind die Führungsspannen meist noch viel höher.
Die beantragte Regelung löst keinen direkten Handlungsbedarf aus, sondern greift nur dann, wenn Stellen von Fachdienstleitern, beispielsweise aufgrund der Beendigung der Arbeitsverhältnisses oder im Zuge einer internen Neubesetzung, frei werden. In diesem Fall soll eine Nachbesetzung nur dann vorgenommen werden, wenn dem Leiter des betroffenen Fachbereichs mindestens acht Personen unterstellt sind. Sollte dies nicht gegeben sein, so ist die entsprechende Stelle zu streichen.
Durch diese Maßnahme werden sowohl die Stellen im Stellenplan als auch die entsprechenden Personalkosten eingespart. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass Führungskräfte im Gehaltsgefüge meist vergleichsweise hoch eingruppiert sind, sehen wir an dieser Stelle ein großes Einsparpotenzial. Gleichwohl soll die Möglichkeit eröffnet werden, in Einzelfällen von dieser Praxis abzuweichen, jedoch nur mittels einer entsprechenden Einzelfallentscheidung durch den Rat.
Damit einhergehen muss ein Paradigmenwechsel in der Führungskultur der Stadtverwaltung. Nicht mehr der beste Fachmann soll ein fachlich homogenes Team leiten, sondern Führungskraft sollen diejenigen Personen werden, die Geschick im Umgang mit Menschen haben und die Personal motivieren und entwickeln können. Die fachliche Führung kann hiervon entkoppelt werden, so dass die Möglichkeit entsteht, größere und fachlich heterogenere Einheiten zu bilden.
Mit freundlichen Grüßen
Markus Schumacher