Antrag "Modernisierung der Verwaltung / Arbeitsplätze"
Antrag zur Sitzung des Finanzausschusses am 09.02.2012
Modernisierung der Verwaltung / Arbeitsplätze
Der Finanzausschuss der Stadt Grevenbroich empfiehlt dem Rat der Stadt Grevenbroich folgende Beschlussfassung:
Die Verwaltung wird beauftragt, die Möglichkeit der Einführung des Arbeitsplatzmodells „desksharing“ in der Verwaltung zu prüfen.
Für die Prüfung zur Einführung des Arbeitsplatzmodells „desksharing“ wird der Verwaltung folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:
1. Eine Analyse darüber, welche Bereiche der Verwaltung überwiegend ohne Publikumsverkehr arbeiten, d.h. bei denen es nicht erforderlich ist, dass Mitarbeiter immer im gleichen Büro sitzen. Die „sharing-fähigen“ Einheiten sollten zusammengefasst werden, während die „nicht-sharing-fähigen“ Einheiten ebenfalls räumlich zusammengefasst werden sollten. Dabei sollte auch geprüft werden, ob auch die Dezernats- und Fachbereichsbindung räumlich erforderlich ist.
2. Für jeden Arbeitsbereich, der am „desksharing“ teilnehmen soll, wird eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Einführung des „desksharings“ vorbereitet. Dazu gehört z.B. dass zu beachtende Merkmale wie z.B. Behinderungen, Allergien, etc. erfasst und berücksichtigt werden.
3. Eine Analyse darüber, welche Flächen weitgehend barrierefrei sind und daher für ein „desksharing“ in Frage kommen.
4. Eine Analyse darüber, welche technischen Voraussetzungen notwendig sind, damit ein „desksharing“ durchgeführt werden kann. Ratsam könnte das schrittweise Ersetzen von Computern durch Laptops sein.
Begründung:
Das Konzept des „desksharing“ sieht vor, dass zukünftig nicht mehr für jede Arbeitskraft ein eigener persönlicher Arbeitsplatz / Büro zur Verfügung steht, sondern dass sich die Mitarbeiter einzelne Arbeitsplätze teilen.
Studien belegen, dass aufgrund von Urlaub, krankheitsbedingter Abwesenheit, Teilzeitbeschäftigung und Dienstreisen ständig nur ca. 70% der Mitarbeiter wirklich an ihrem Arbeitsplatz sind. Die ungenutzten Arbeitsplätze verursachen für die Dauer der Abwesenheit z.B. Energiekosten.
Das Konzept des „desksharing“ sieht vor, dass die Mitarbeiter einen Rollcontainer erhalten, in dem sie ihre persönlichen Arbeitsutensilien verstauen können. Ein Raum wird als „Garage“ für diese Rollcontainer bereitgestellt. Wenn ein Mitarbeiter zur Arbeitsstelle kommt, holt er sich seinen Rollcontainer ab und setzt sich auf einen noch freien Arbeitsplatz. Dadurch werden weniger Räume benötigt. Hieraus entsteht eine Einsparung bei den Raumflächen von ca. 20%. Die Verwaltung könnte näher zusammenrücken und extern angemietete Büroflächen können aufgegeben werden. Darüber hinaus werden zukünftige Umzüge innerhalb der Verwaltung deutlich günstiger, da nur noch der Rollcontainer bewegt werden muss.
Beim „desksharing“ sind einige Ausnahmen zu beachten: So benötigen z.B. Menschen mit Behinderung einen festen Arbeitsplatz. Darüber hinaus gibt es Allergiker, die nicht in einem Büro mit Teppich sitzen dürfen oder Mitarbeiter, die einen erhöhten Schreibtisch benötigen. Diese Mitarbeiter nehmen nicht am „desksharing“ teil und behalten ihren eigenen Arbeitsplatz.
Zudem empfiehlt es sich, diejenigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die regelmäßig Publikumsverkehr haben und daher immer im gleichen Büro verbleiben sollten, nicht am „desksharing“ teilnehmen zu lassen, da eine feste Bürozuordnung hier von Vorteil ist. Die Flächen für das „desksharing“ müssen barrierefrei sein, damit sich die Rollcontainer problemlos bewegen lassen.
Die FDP-Fraktion ist der Überzeugung, dass dieser Schritt der Verwaltungsmodernisierung zumindest beim Flächenverbrauch und der Energiebelastung Einsparungen im nicht unerheblichen Umfang zu erzielen sind (s. Anmietung Büroflächen Markt 11).