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Antrag "Organspende"

Organspende

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Dr. Prümm,



die FDP-Fraktion beantragt, folgenden Antrag in die Tagesordnung der Ratssitzung vom 28.08.2008 aufzunehmen:



Die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Grevenbroich beantragt den Start einer Kampagne „Organspenden rettet Leben!“

Im Rahmen dieser Kampagne wird auch Informationsmaterial über die lebensrettende Maßnahme der „Typisierung“ beigefügt.




Beschlussvorschlag :



Der Rat beauftragt die Verwaltung mit dem Beginn einer zeitlich unbefristeten Kampagne „Organspenden rettet Leben!“.

Diese gliedert sich in zwei Teile. Zum einen soll mit den Leitungen der städtischen Schulen gesprochen werden mit dem Ziel, die Schüler inner- und / oder außerhalb des Unterrichts in geeigneter Weise über das Thema Organspende und der „Typisierung“ zur Knochenmarkspende zu informieren. Insbesondere sollte ab der Sekundarstufe II jeder Schüler über die lebensrettende Möglichkeit von Organspenden informiert worden sein.

Weiterhin soll allen Bürgern bei der Personalausweis- oder Reisepassabholung Informationsmaterial zur Organspende und „Typisierung“ ausgehändigt werden.




Die Kampagne soll kurzfristig, nach den Herbstferien beginnen.



Die Verwaltung informiert den Sozialausschuss laufend über den Stand der Kampagne.



Zur Begründung:

Derzeit hoffen in Deutschland mehr als 10.000 schwer kranke Manschen auf ein Spenderorgan bzw. auf Rettung durch Stammzellenspender. Die Wartelisten, auf denen diese Patienten eingetragen sind, wurden in den letzten Jahren immer länger. So werden gegenwärtig in Deutschland pro Jahr etwa 1.300 Nieren transplantiert, mindestens die fünffache Menge wäre aber notwendig.




Auch in der bundesdeutschen Bevölkerung wird dieses Problem erkannt. Umfragen zeigen, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung nach ihrem Tod zu einer Organspende bereit wären. Unter Jugendlichen sind es sogar über 64%. Doch trotz breiter Zustimmung zur Organspende halten nur sehr wenige Menschen ihre Entscheidung schriftlich fest.



Daher ist es wichtig, sich zu Lebzeiten mit dem Thema Organspende zu beschäftigen. Auch vor Ort in unserer Kommune bestehen Möglichkeiten zur Aufklärung. Ziel muss es sein, möglichst viele Bürger zu erreichen.




Dies kann geschehen über die städtischen Schulen, sowie über die Ausgabe der amtlichen Dokumente Personalausweis und Reisepass. Ebenso könnten diese Informationen mit dem Versand der Steuerkarte, solange es diese noch gibt, an Arbeitnehmer gelangen. So können nahezu alle Bürger mit diesen Informationen erreicht werden.



Dabei geht es nicht darum, die Menschen zur Organspende zu bewegen, sondern Ziel der Aufklärungskampagne ist es, dass die Menschen sich mit dem Thema befassen, so dass sie selbst noch zu Lebzeiten eine Entscheidung zur Organspende treffen können und dies nicht im Todesfall ihren Angehörigen überlassen bleibt. So ist in jedem Fall sichergestellt, dass dem Willen des Verstorbenen entsprochen wird. Aufgrund der genannten Statistiken ist davon auszugehen, dass so auch die Zahl der Organspender deutlich erhöht werden kann.





Mit freundlichen Grüßen

gez. Manfred Hermanns

Fraktionsvorsitzender