Antrag "Wohnraumpotenzial über Grevenbroichs Supermärkten erfassen"
Wohnraumpotenzial über Grevenbroichs Supermärkten erfassen
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Krützen,
die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Grevenbroich bittet Sie, nachfolgenden Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Ratssitzung zu setzen:
„Der Rat der Stadt Grevenbroich beauftragt die Verwaltung,
a) das theoretisch mögliche Wohnraumpotenzial über den vorhandenen Grevenbroicher Supermärkten festzustellen,
b) auf die Grundstückseigentümer der Supermärkte unter der Zielsetzung der Schaffung neuen und kostengünstigen Wohnraums zuzugehen,
c) mit den potenziellen Wohnrauminvestoren insbesondere auch über die Möglichkeit der Förderung durch die öffentliche Wohnraumförderung des Landes zu sprechen und
d) über die Ergebnisse der Wohnraumpotenzialerfassung und die ersten Gespräche mit den Grundstücksinvestoren im Rat der Stadt Grevenbroich zu berichten.“
Begründung:
Das Bauen hat sich in den letzten Jahren deutlich verteuert. Daraus folgend steigen vielfach die Wohnkosten der Bevölkerung durch höhere Mietzinszahlungen an. Dies führt bei vielen Bürgern dazu, dass der Faktor Wohnen als ernstzunehmende Belastung empfunden wird.
Aus der im Planungsausschuss am 21. November 2017 vorgestellten Wohnraumbedarfsanalyse des Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) ergibt sich, dass in Grevenbroich bis 2030 insgesamt 1802 neue Wohneinheiten entstehen müssen, um den Bedarf zu decken. Frau Leidecker vom Institut InWIS empfahl daher u.a. den Geschosswohnungsbau anzukurbeln, die Wohnungsangebote für ältere Bürgerinnen und Bürger auszuweiten und öffentlich geförderte Wohneinheiten entstehen zu lassen.
In größeren Städten gibt es schon heute erste Projekte, in denen Wohnraumkonzepte in Handelsimmobilien integriert wurden. Dort wohnen und leben Menschen bereits in Wohnungen über Discountmärkten. Exemplarisch seien hier die Städte Berlin oder Nürnberg genannt. Auch in Nordrhein-Westfalen ist das Unternehmen Aldi Süd dabei Einkaufs-Wohn-Kombinationsgebäude in Köln zu realisieren. Nach Medienangaben zeigen sich verschiedenen Anbieter wie Aldi und Lidl offen für neuartige Investitionsprojekte (Vgl. z.B.: DPA-Meldung vom 6. April 2018: „Wohnen beim Discounter: Platzmangel lässt Supermärkte kreativ werden“).
Dies schafft auf der einen Seite Vorteile für Nutzer der neu entstehenden Wohneinheiten, da sie unmittelbar über einem Lebensmittelgeschäft wohnen könnten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dort auch einkaufen gehen, ist hoch. Insbesondere für ältere Bürger wäre dies ein besonderer Vorteil, da sie keine langen Einkaufswege mehr bewältigen müssten. Auf der anderen Seite ergibt sich für den Handel die Möglichkeit näher an potenziellen Kunden zu sein und Umsatz zu generieren.
Aus diesen Gründen erscheint es förderlich, auch in unserer Stadt über solche Vorhaben nachzudenken und mit den relevanten Akteuren in Kontakt zu treten.
Mit freundlichen Grüßen
Markus Schumacher