Antrag "Zustand des Waldfriedhofes in Gustorf"

Zustand des Waldfriedhofes in Gustorf

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Krützen,

die FDP-Fraktion im Rat der Stadt Grevenbroich bittet Sie, nachfolgenden Antrag auf die Tagesordnung zur nächsten Sitzung des Rates der Stadt Grevenbroich zu setzen:

„Der Rat der Stadt Grevenbroich beauftragt die Stadtverwaltung, den Zustand des Gustorfer Waldfriedhofes zu erfassen und die in ihrer Zuständigkeit liegenden Pflichten, z.B. gemäß §23 (6) der Friedhofssatzung, ordnungsgemäß nachzukommen.“

Begründung:
Mehrere Bürgerinnen und Bürger haben sich an die FDP-Ratsfraktion gewendet und ihr mitgeteilt, dass die Stadtverwaltung ihnen ein Schreiben hat zukommen lassen. Darin hat sie darauf hingewiesen, dass die Bürgerinnen und Bürger ihrer in der Friedhofssatzung geregelten Pflicht zur Pflege ihrer Grabstätte nicht nachkämen. Deshalb hat die Stadtverwaltung unter Fristsetzung eine entsprechende Instandsetzung der Grabstätten eingefordert und darauf hingewiesen, sollte der Aufforderung nicht nachgekommen werden, die Stadt dies entsprechend auf Kosten der Bürgerinnen und Bürger veranlassen werde oder das Nutzungsrecht gar entzogen werde.

Die Freien Demokraten begrüßen grundsätzlich, dass die Stadtverwaltung dafür Sorge trägt, dass die Nutzungsberechtigten die Grabstätten in einem dem Ort angemessenen Zustand erhalten. Gleichzeitig möchten wir jedoch in Frage stellen, ob solche „Grabpflegemahnschreiben“ tatsächlich in allen Fällen erforderlich und angemessen sind. Zu berücksichtigen ist, dass ein solches Schreiben auch entsprechende Emotionen bei den Adressaten hervorrufen können. Viele berufstätige oder außerhalb der Stadtgrenze lebende Nutzungsberechtigte können nicht täglich auf den Friedhof kommen und ihn pflegen. Sie kommen so in regelmäßigen Abstand und kommen ihren Pflichten in diesem Zeitintervall ordnungsgemäß nach. Uns ist ganz konkret ein Fall bekannt, wo das Grab in einem absolut adäquaten Zustand war und trotzdem ein solches Schreiben versendet wurde. Die Bürgerin war tief emotional bewegt, weil sie geglaubt habe, jemand habe das Grab ihrer Eltern verunreinigt. Es stellte sich jedoch heraus, dass das Grab in einem adäquaten Zustand war bzw. lediglich Ansätze von Gras durch die Erde spricht. Bei einem Besuch auf dem Waldfriedhof in diesen Tagen ist jedoch auffällig, dass die Stadtverwaltung selbst ihren, in der Friedhofssatzung festgeschriebenen, Pflichten nicht nachzukommen scheint. Die nachvollziehbare Argumentation der angeschriebenen Bürgerinnen und Bürger, dass die Stadtverwaltung in vielen Fällen Ursache und Wirkung verwechsele, erscheint den Freien Demokraten plausibel. Denn viele Gräber, die nicht mehr belegt sind, werden nicht gepflegt. Hinter den Grabstätten wächst das Gras zum Teil bis in die Höhe der Grabsteine. Gehwege sind nicht gepflegt. Dass die Samen der Gräser deshalb auch vermehrt in die Grabstätten fliegen und anfangen zu sprießen, ist die logische Konsequenz.

Die Fraktion der Freien Demokraten möchten daher anregen, dass sich die Stadtverwaltung den Zustand des Friedhofes ansieht und entsprechende Maßnahmen der Instandsetzung veranlasst, sodass der Friedhof insgesamt wieder in einen gepflegten Zustand kommt.

Abschließend verweisen wir auf die in der Anlage beigefügten aktuellen Bildaufnahmen des Friedhofes, die den nicht ordnungsgemäßen Zustand dokumentieren.

Mit freundlichen Grüßen
Markus Schumacher